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 35 Jahre Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD

 

Nein zur Kopfpauschale

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Wer wir sind - Was wir wollen - Was wir tun
               


Das Leitmotiv der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD, die AfA, ist kurz und knapp:

Menschenwürdig leben und arbeiten

Der grundgesetzliche Auftrag an die Politik, die Unantastbarkeit der Würde der Menschen und deren Verwirklichung durch einen demokratischen Sozialstaat, ist Leitziel der AfA.
Der Sozialstaat ist eine Errungenschaft der Moderne. Der Sozialstaat ermöglicht und sichert gesellschaftliche und soziale Teilhabe. Heute sieht sich jedoch der Sozialstaat massiver Kritik ausgesetzt. Für die radikale Sozialstaatskritik ist der Sozialstaat vom Problemlöser zum Problemverstärker geworden. Für sie bremst der Sozialstaat die globale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen. Sie fordern den Abbau von Transferleistungen, Sozialstandards und Arbeitnehmerschutzrechten. Ihnen ist kein sozialer Standard und Lohn mehr niedrig genug. Es gibt für sie kein Tabu mehr.

Mit der sozialen und wirtschaftlichen Wirklichkeit in Deutschland hat diese neoliberale Diskussion nichts zu tun. Im Gegenteil. Die eingeleitete Abwärtsspirale bedroht den sozialen Grundkonsens, der unser Land wirtschaftlich und sozial stark gemacht hat. Mehr als 10 Millionen Menschen in unserem Lande leben bereits in Armut, 4,5 Millionen Beschäftigte würden eine Lohnerhöhung bei Einführung des Mindestlohnes von 7,50 € erhalten. Dagegen zählen nach internationalen Schätzungen fast 14 Millionen Menschen zu Dollarmillionären. Rund 500 von ihnen verfügen sogar über mehr als 1 Mrd. Dollar Einkommen im Jahr!
Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Die zunehmende soziale Schieflage unserer Gesellschaft berührt nicht nur das Sozialstaatsprinzip der Chancengleichheit und der Verhinderung von Ausgrenzung, sondern sie gefährdet auch die Zukunftsperspektiven unseres Landes.

Soziale Chancengleichheit und Gerechtigkeit sind seit mehr als 150 Jahren oberstes Ziel der Sozialdemokraten.
Längst wäre Heuern und Feuern an der Tagesordnung und der soziale Zusammenhalt dahin, wenn nicht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für moderne Sozialsysteme, Lohnfortzahlung, Kündigungsschutz und Mitbestimmung gekämpft hätten – politisch und gewerkschaftlich.

Und Beschäftigung?
Auch heute können zukunftsträchtige Arbeitsplätze auf Dauer nur dann entstehen, wenn sie in einem modernen Sozialstaat politisch und rechtlich verankert sind. Allerdings bedarf es einer starken Gegenmacht gegen Konservative und Neoliberale, die massiv mobil machen um ihre Privilegien gegen Arbeitnehmerinteressen durchzusetzen.

Auge, Ohr und Herzkammer der SPD“

In der traditionsreichen SPD bündelt die AfA die politischen Ziele von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern; sie ist die größte und mitgliederstärkste Arbeitsgemeinschaft.
Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen“, sagte 1973 Herbert Wehner auf dem Gründungskongress der AfA
in Duisburg, „ ist lebenswichtiges Organ der SPD. Sie ist gleichzeitig Auge, Ohr und Herzkammer der Partei“.
Und man muss aus heutiger Sicht hinzufügen: Die SPD war immer dann am erfolgreichsten, wenn sie diese Aussage ernst nahm, in die Arbeitnehmerschaft hineinhorchte und deren Sorgen und Ängste ernst nahm.

Im Sinne und der Tradition Herbert Wehners versteht sich die AfA als engagierte und zugleich politisch interessierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Gewerkschafter, Betriebs- und Personalräte, Jugend- und Ausbildungsvertreter, gewerkschaftliche Vertrauensleute.
Ihr gemeinsames Ziel ist, in und mit der Partei für die Schaffung neuer und zukunftsträchtiger Arbeitsplätze einzutreten, für deren vernünftige, verlässliche soziale Absicherung und Mitbestimmung zu kämpfen. Dazu erarbeiten und diskutieren die AfA zukunftsweisende Konzepte moderner Beschäftigungspolitik.
Dabei steht im Vordergrund, Wirtschafts-, Finanz-, Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Geldpolitik so abzustimmen, dass damit ein hohes Beschäftigungsniveau erreicht werden kann, die den Menschen gestattet in Würde am Leben in unserer Gesellschaft teilhaben zu können.

Die AfA leistet Unterstützung für Personal- und Betriebsräte

Es gibt SPD-Gruppen und SPD-Vertrauensleute für einzelne Unternehmen, für Branchen oder ganze Unternehmensstandorte, bei Bahn, Post, Polizei, Chemie- und Metallindustrie, sowie in privaten und öffentlichen Dienstleistungsbereichen.
In jedem Ortsverein, Stadt- und Gemeindeverband arbeiten lokale AfA-Gruppen oder zumindest AfA-Kontaktleute mit. Auch in Betriebsgruppen sind AfA-Akteure aktiv. Hier ist übrigens die Mitarbeit nicht zwingend an die Mitgliedschaft in
der Partei gebunden. AfA-Kolleginnen und –kollegen informieren und diskutieren vor Ort in den Betrieben und Verwaltungen aktuelle Ereignisse in der Politik.
Sie unterstützen aktiv betriebliche Funktions- und Mandatsträger in ihrer schwierigen Arbeit. Mit ihnen gemeinsam suchen sie nach Lösungen und treten ein für deren Umsetzung. Sie sind verlässliche Partner, die, vor allem in sozialen Fragen, prinzipienfest und selbstbewusst versuchen Mehrheiten zu organisieren. Diese Haltung ist nicht immer einfach für die Partei; oder auch den Gewerkschaften, sie hilft aber bei täglich wieder aufflammenden Fragen sozialer Gerechtigkeit Linie zu bewahren und Vertrauen zu schaffen. Hier seien Beispiele der Vergangenheit genannt wie die betriebliche Mitbestimmung, das Schlechtwettergeld am Bau, oder die Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle.
Aber nicht immer konnte die in der SPD organisierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Ziele erreichen; Mehrheiten haben sie überstimmt.

Damit dies in Zukunft nicht mehr geschieht, braucht sie noch mehr Unterstützung aus der Arbeitnehmerschaft.
Unterstützen sie deshalb die Entwicklung von Gegenmacht gegen neoliberale Tendenzen.
Sie können in den Betriebsgruppen und in der lokalen bzw. regionalen AfA mitmachen.
Sie sind herzlich eingeladen zur konstruktiven kritischen Mitarbeit. Kommen Sie zu unseren Sitzungen
oder klinken Sie sich per Internet mit Ihren Ideen und Meinungen ein.